Im März hat der SIA sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie er auf die Digitalisierung im Architekturwettbewerb reagieren will. Hier mein persönliches Statement:

Dass wir seit dem Wettbewerb 2013 vom Felix Platter-Spital überzeugt Verfechter der Methode BIM im Wettbewerb sind, ist mittlerweile bekannt. Seit 2013 durften wir bereits bei 12 Wettbewerben die BIM-Methode anwenden und haben dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen machen. Die erste Erfahrung und eigentlich wichtigste Erfahrung ist, dass man eigentlich noch nicht von BIM reden darf, wenn man einen reinen Architekturwettbewerb macht. Denn der Kern von BIM, die kollaborative integrale und digitale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Parteien ist bei einem Wettbewerb noch nicht gegeben. Vielmehr reden wir den von 3D Modellierung inkl. der Anreicherung von Bauteilen und Räumen mit Informationen, welche zur Auswertung der Wettbewerbsprojekte genutzt werden. Vom 3D Modell, wie auch von den zusätzlich erfassten Informationen kann aber nicht nur der Bauherr profitieren. Auch der Architekt hätte damit die Möglichkeit die Grundlagen für seine Pläne aus dem Modell zu generieren, oder den Flächenbaum nach SIA416 aus dem Modell zu exportieren, statt ihn noch einmal selber zu erzeugen. Dass bei diesem digitalen Prozess der kreative Entwurfsprozess negativ beeinflusst wird, ist sehr weit her geholt. Denn noch in den meisten Fällen bestellt der Bauherr immer noch 2D Pläne und bewertet und juriert die Projekte anhand dieser.

Somit stellt sich doch die Frage, wo man ansetzen muss. Im Gespräch mit verschiedenen Architekten, welche bei unseren BIM Wettbewerben teilgenommen haben, wurden wir in unserer Vermutung gestärkt, dass die grösste Hürde bei der fehlenden und somit noch aufzuholenden Ausbildung in Sachen 3D Modellierung zu suchen ist. Und dass 3D Modellieren Mehraufwand gegenüber 2D Zeichnen bedeutet, kann ich persönlich aus meiner 25-jährigen Tätigkeit als CAD-Spezialist dementieren. Es braucht einfach etwas Mut umzusatteln – Vielleicht nicht gleich vor einem Wettbewerb.

Parallel muss der Bauherr und vorallem die Bauherrenberater aber auch lernen, wo die heutigen Grenzen des Machbaren liegen. Deshalb rufe ich auf zur Diskussion mit Planern und Bauherren. Ich möchte lernen, wo weitere Hürden liegen und was wir den Bauherren empfehlen sollen, um dieses Thema «salonfähig» zu machen. Ich freue mich auf konstruktive Feedbacks.

Das wäre doch schon mal ein Anfang. Wenn wir diesen Schritt im Griff haben, dann stehen uns noch viele weitere Möglichkeiten zur Verfügung, sowohl auf Seite Planer, als auch auf Seite Bauherr.

Christoph Merz, Partner der CADMEC AG

Zum HOCHPARTERRE Artikel aus der SIA-Kommission